Medien

Ei­ne Ge­schich­te schrei­ben

1. Eine gute Idee

Am Anfang einer Geschichte sitzt jeder Autor erstmal vor einem leeren Blatt oder einem leeren Bildschirm. Wenn dir nicht sofort etwas einfällt, ist das gar nicht schlimm. Als Geschichtenschreiber lässt du dich inspirieren – das heißt, du suchst in deinen Gedanken, deiner Umwelt und dem, was du schon erlebt hast, nach spannenden Einfällen. Das kann ein Thema aus den Nachrichten sein, das dich total fesselt, aber auch Geschichten, die dir Freunde erzählt haben oder eine Geschichte auf kindersache. Besonders spannend sind Geschichten über Menschen: Beobachte, welche lustigen Angewohnheiten deine Mitschüler haben und was für schöne oder komische Dinge sie manchmal sagen (und schreib es dir auf).

2. Aller Anfang ist schwer

Als Autor einer guten Geschichte muss du vor allem eines haben: Geduld und Disziplin. Nimm dir vor, jeden Tag mindestens 15 Minuten etwas aufzuschreiben. Denk dir ein Thema aus wie „Mein Tag als Detektivroman“ oder „Was wäre, wenn meine Katze mir morgen Frühstück macht?“. Schreibe einen kleinen Text darüber. Oder du nimmst den Anfang einer Geschichte, die du magst und überlegst dir, wie sie anders weitergehen könnte. Das ist am Anfang gar nicht einfach, weil dir buchstäblich die Worte fehlen. Aber mit der Zeit wirst du merken, dass dir das Schreiben immer leichter fällt. Jetzt wird es aber Zeit für eine richtige Geschichte – aus deiner Feder!

3. Die Geschichte aufbauen

Kind liest, sitzt auf großem Buch

Aus der Schule kennst du bestimmt den Aufbau von einem Aufsatz: Einleitung – Hauptteil – Schluss. Der Unterschied zu deiner Geschichte ist, dass du ein paar Sachen vor deinem Leser geheim hältst, damit es spannend bleibt:
 
1. Anfang: Zu Beginn einer Geschichte stellst du die Figuren, ihre Umgebung und den Konflikt vor, in den sie sich im Lauf der Geschichte verstricken. Das machst du, indem du die Figuren entweder selbst erzählen und handeln lässt oder über sie erzählst.
 
2. Konflikt: Eine deiner Figuren hat ein unlösbares Problem: Eine schwierige Arbeit morgen in der Schule, ein Prinz, der gerettet werden muss oder eine Gangsterbande, die alle Bücher aus der Bibliothek geklaut hat. Nimm dir in diesem Teil Zeit, ausführlich auf den Konflikt einzugehen. Deine Helden versuchen natürlich, das Problem aus der Welt zu räumen. Dafür müssen sie aber viele Hindernisse überwinden. Beschreibe, wie es deinen Helden geht und lass sie über ihre Ängste reden.
 
3. Kurz vor Schluss: Das Problem ist so gut wie gelöst, deine Helden entspannen sich und sind ziemlich sicher, das Böse nochmal abgewendet zu haben. Das ist der beste Zeitpunkt in deiner Geschichte für eine unerwartete Wendung: der gemeinsten und fiesesten Figur in deiner Geschichte fällt etwas ein, wie er oder sie am Ende doch noch gewinnen könnte.
 
4. Happy End: Viele Geschichten haben ein glückliches Ende, das Ruder wird in letzter Sekunde rumgerissen und die Guten gewinnen doch noch. Deine Geschichte kann aber auch ein trauriges oder offenes Ende haben und deine Leser zum Nachdenken bringen.

  • Tipp: Du kannst deine Geschichte auch in umgekehrter Reihenfolge schreiben: Mach deine Leser zu Detektiven und hilf ihnen dabei, herauszufinden, wie es zu dem Happy End gekommen ist.

4. Wer schreibt hier eigentlich?

Aus welcher Perspektive erzählst du die Geschichte? Und: erzählst du sie oder einer der Charaktere?
 
1. Ich-Form: Wenn du in der ersten Person schreibst, können deine Leser sich besonders gut in deine Helden hineinversetzen.

  • Beispiel: „Als ich mich in dem dunklen Raum umsah, hörte ich ein Geräusch. Ich war nicht allein.“

2. Er- oder Sie-Form: Wenn du über deine Figuren in der dritten Person schreibst, kannst du auch zeigen, wenn du etwas anders siehst als sie.

  • Beispiel: „Als sie sich in dem dunklen Raum umsah, hörte sie plötzlich ein Geräusch. Gleich wird sie merken, dass sie nicht allein ist.“

3. Du-Form: Mit der zweiten Person wendest du dich direkt an den Leser – das kann ziemlich spannend sein.

  • Beispiel: „Du musst dich umdrehen. Du bist nicht allein hier. Da steht noch jemand hinter der Tür.“

5. Die Figuren

Beschreibe die Figuren, die in deiner Geschichte mitspielen. Lass sie lügen, jemand vermissen oder nach einer Antwort suchen. Was machen deine Figuren den ganzen Tag, was sind ihre Angewohnheiten und worüber denken sie nach? Wie sehen sie aus? Je genauer du alle beschreibst, die in deiner Geschichte mitspielen, desto besser können deine Leser die Figuren verstehen.

6. Wann und wo?

Überlege dir, in welcher Zeit deine Geschichte spielen soll und an welchem Ort. Gib deinen Lesern genug Hinweise darauf, damit sie sich in deiner Geschichte zurechtfinden können.
 
Hier gibt es noch mehr Tipps zum Schreiben:

Schreibe uns einen Artikel, eine Geschichte oder einen Buchtipp:

 
Hast du noch Fragen? Schreib uns einen Kommentar!

Deine Meinung

  • Ist super
    737
  • Ist lustig
    543
  • Ist okay
    358
  • Lässt mich staunen
    343
  • Macht mich traurig
    293
  • Macht mich wütend
    386

Eure Kommentare

Hallo! Wenn du möchtest, kannst du deine Geschichte hier auf kindersache hochladen. Dann können auch andere Kinder sie lesen und dir sagen was ihnen gefallen hat oder woran du noch arbeiten kannst. Viele Grüße, dein ks-Team.

Profilbild von Gast Profilbild von Gast
Ich bin 9jahre alt und ich muss ein Geschischte schreiben und weiss nicht wie ich schreiben soll können sie mir helfen bitte🤗🤗🤗
Profilbild von kindersache-Team Profilbild von kindersache-Team

Hallo! Lies dir am besten den Artikel nochmal ganz genau durchwink. Viele Grüße, dein ks-Team.

Profilbild von Gast Profilbild von Gast
Profilbild von Gast Profilbild von Gast
Super Artikel! ​​​​​ hat mir sehr geholfen. Ich habe noch eine Frage: was soll man bei einer schreibblockade machen? Liebe Grüße 
Profilbild von kindersache-Team Profilbild von kindersache-Team

Hallo! Bei einer Schreibblockade solltest du dich einfach mal zurücklehnen und eine Pause machen. Geh an die frische Luft oder spiel mit deinen Freunden. Es hilft nichts, wenn du dich zum Schreiben zwingst und nur auf ein leeres Blatt starrst. Lies dir auch mal andere Texte durch, um dich inspirieren zu lassen. Du kannst auch alles aufschreiben, was dir so in den Kopf kommt. Ohne darauf zu achten, ob es richtig oder falsch ist. Manchmal muss man sich erstmal aufwärmen, um richtig loslegen zu können. Wir wünschen dir viel Spaß beim Schreiben! Viele Grüße, dein ks-Team

Profilbild von Gast Profilbild von Gast
ist lustig   
Profilbild von Gast Profilbild von Gast
Was soll man schreiben wenn man 13 Jahre alt ist und eine Geschichte über ,,Meinungsfreiheit ist nicht gleich Mündigkeit" von seinem eigenem Leben schreiben soll? (...)  Alte Leute können das doch bestimmt, die haben ja auch schon viel erlebt und so, aber Kinder?! WAS IST FALSCH MIT DEN LEHRERN?! Hilfeeeee
Profilbild von kindersache-Team Profilbild von kindersache-Team

Hallo! Meinungsfreiheit ist in Deutschland ein Grundrecht und das bedeutet, dass sie für jeden, egal ob alt oder jung, gilt. Überleg doch mal, was Meinungsfreiheit in deinem Alltag bedeutet? Zum Beispiel in sozialen Netzwerken oder auch zu Hause in der Familie? Wenn du die Fragestellung nicht ganz verstehst, frag am besten einfach nochmal bei deinen Lehrern nach. Viele Grüße, dein ks-Team

Profilbild von Gast Profilbild von Gast
Das ist sehr schön!😀😁😂😃😄☺😊. Aber kannst du mir helfen ich will ein Geschichte schreiben.😀😀😊☺😁😂😃😄😉😇